Warum "Kannst Du mal schnell ...?" einfach falsch ist

Kannst Du mal schnell …?“ Für Kreative ist dieser Satz ein Graus. Ungefähr der gleiche Graus, wie WhatsApp-Sprachnachrichten und nicht-transparente PNGs in 100x100 Pixel Auflösung, die als Logo herhalten sollen. Eigentlich sollten wir da drüberstehen, aber der Glaube, dass kreative Arbeit mehr Hobby als Beruf, mehr Berufung als harte Arbeit ist, hat sich nie wirklich gelegt.

Dabei ist es egal, welche Aufgabe, die mit Denkarbeit verbunden ist, gemeint ist. Egal, welchen Auftrag der Kunde stellt, jede ist mit einem Denkprozess verbunden. Das ist genau der Denkprozess und die Zeit, die der Kunde abgeben will, weil er einfach einer anderen Profession angehört. Er will eine Lösung für ein Problem. Selbst wenn das Problem, sei es im Design, in der Sprache oder technisch, noch so trivial klingt, kann der Lösungsweg ziemlich komplex sein.

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Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Ja! Aber an jedem Anfang steht auch ein Nachdenken über den Weg und das, was das Endergebnis sein soll. Im Normalfall soll die Lösung den besten Erfolg zum geringsten Preis bieten. Genau dafür zermartern wir Kreative uns den Kopf – für den Kunden. Es ist eben nicht die reine Klick- und Tipp-Zeit die entscheidend ist, sondern die Zeit, die es zum überlegten Vorgehen braucht. Bestenfalls arbeiten wir nicht nach dem Trial- and Error-Prinzip, sondern geplant und zielführend.

„Kannst Du mal schnell …?“ löst, wenn es nicht gerade der Austausch eines Buchstabens ist, eine ganze Kette von Schritten aus. Eine Idee, die in der „realen“ Welt wunderbar aussieht, muss im Web, auf Plakaten oder wo auch immer, nicht so funktionieren. Minimale Schritte können hunderte Zeilen Code erfordern. Wobei das ja noch ersichtlich wäre. Schlimmer sind etwa Nächte mit dem Gedanken, wie sich etwas umsetzen lässt. Kreative erschaffen in den meisten Fällen etwas völlig Neues. Das Handwerk des Umsetzens ist nur der allerletzte Schritt eines langen Prozesses. Und genau diese zeit stellt der Kreative seinen Kunden zur Verfügung. Dabei wird er sich ohnehin hüten, die Zeit der gedanklichen Entwicklung vollends in Rechnung zu stellen. Er wird vieles vor dem Griff zur Maus tun. Einiges der restlichen Zeit schenkt er dem Kunden.

Bei jeder Frage muss er sich in das Projekt des Kunden eindenken, die Ziele hinterfragen, konkret Dateien ansehen, gegebenenfalls Software suchen, Lizenzen klären, sich rechtliche Gedanken machen, telefonieren und dann mit einem Ergebnis der Analyse zurückkommen. Er wird einiges verwerfen und manches hinzufügen.

Niemand würde auf die Idee kommen, dem Handwerker nur die Zeit als Arbeit anzurechnen, in denen er aktiv den Hammer schwingt.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich Webworker praktisch täglich auf Fortbildung befinden. Es vergeht kein Tag, wo es nicht eine neue Technik, neue Trends und neue Software zu entdecken gibt. Das tut er nicht, weil ihm langweilig ist, sondern weil er das neue Wissen schon heute für Kunden einsetzen will.

Zurück zum Ausgangssatz. „Kannst Du mal schnell …“ ist ohne Wertschätzung ein Hohn. Sicher werden wir Kreative immer „mal schnell“ etwas machen. Gerade, weil wir den Kunden wertschätzen. Das darf aber nicht als Leerlaufzeit gesehen werden oder als Lückenfüller für sonst vorhandene Muße. Kreative haben nie Pause. Sie gehen mit den Problemstellungen der Kunden schlafen und stehen manchmal mit Lösungen auf. Sie kümmern sich um Ästhetik, wo sonst nur Zahlen zählen. Sie binden Endkunden auf emotionaler Ebene. Ihnen ist es nicht egal, was morgen ist und ihnen ist es vor allem nicht egal, wenn „mal schnell“ der Bodensatz der Dienstleistung ist.

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